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Prof. Dr. Manfred Hild

Beuth Hochschule für Technik Berlin

Forschungslabor Neurorobotik

„Robotik braucht für ganzheitliche Forschung neben Technologie und Mathematik auch den gesellschaftlichen Diskurs. Dies ist in Berlin bestens möglich.“

„Was früher Flugapparate waren, ist heute die Robotik“, sagt Manfred Hild, Professor für Digitale Systeme – und zeichnet damit die gesellschaftlichen Veränderungen vor, die durch die Forschungsarbeit an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin-Wedding vorangetrieben werden. Warum Berlin der ideale Standort für seine Forschung ist, erläutert der Mathematiker hier im Interview.

Wie wird die Entwicklung von Robotern, wie Sie sie an der Beuth Hochschule betreiben, die Gesellschaft verändern?

Auf lange Sicht werden wir im Alltag von Robotern umgeben sein. Für manche von uns bedeutet das, dass wir Roboter ausbilden und schulen werden. Es wird wichtig sein, diese Roboter in einen sozialen und gesellschaftlichen Kontext einzubinden und sie zu erziehen.

Wie geht es in Ihrer Forschung jetzt weiter?

Wir stehen vor dem nächsten Großereignis: Roboter werden tatsächlich etwas begreifen. Und den Menschen wird dies im Dialog und Kontakt mit den Robotern auch klar. Es ist ähnlich, als würde außerirdische Intelligenz kommen.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

In unserem Fachgebiet stehen wir mit der Forschung erst am Anfang. Das liegt daran, dass sich die technischen Voraussetzungen in den letzten zehn Jahren dermaßen verbessert haben, dass das jetzt wachsen kann. Was früher Flugapparate waren, die heute für uns selbstverständlich sind, ist heute die künstliche Intelligenz und Robotik.

Warum ist Berlin ein guter Standort für die Erforschung der künstlichen Intelligenz?

Berlin ist für sehr viele Forschungsgebiete ein guter Standort. In der Robotik muss man ganzheitlich denken: Sie braucht nicht nur Technologien, Mathematik und Psychologie, sondern auch einen politischen Diskurs und die Kunst.

Wofür braucht Robotik Kunst?

Für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Dafür war es gut, dass wir mit der Komischen Oper ein Projekt hatten, in dem wir vor großem Publikum den Roboter auf der Bühne vorstellen konnten. In Berlin gibt es immer Künstler, die Forschungsresultate künstlerisch aufarbeiten. Und das ist nur möglich, weil die Lebenshaltungskosten günstig sind. 

Was bedeutet das für die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft?

Firmen profitieren, weil sie günstig Laborräume finden. An der Beuth Hochschule für Technik sind wir sehr gut an Unternehmen angebunden. Es gibt Firmen, wie Pi4 Robotics, die für den industriellen Bereich Robotiksysteme anbieten und mit denen wir sehr gut zusammenarbeiten. Außerdem ist auch die Verzahnung von Forschung und Lehre an unserer Hochschule perfekt, weil ich die Roboter in der Lehre unterbringen kann – und zwar in Kursen mit 30 bis 50 Studierenden und nicht mit 800.