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Dr. Tatiana Korotkova

Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Campus Berlin-Buch

Behavioural Neurodynamics

„Berlin ist dank der vielen kooperierenden Forschungsgruppen einer der besten Standorte für Neurowissenschaftler. Die Offenheit hier finde ich toll.“

Sie hat in Moskau studiert, in Düsseldorf promoviert und als Postdoktorandin in Heidelberg gearbeitet. Am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie und am Exzellenzcluster NeuroCure der Charité in Berlin erforscht Tatiana Korotkova jetzt angeborene Verhaltensweisen wie schlafen, essen und laufen.

Warum haben Sie sich für den Wechsel aus Heidelberg nach Berlin entschieden?

Vor allem wegen der beruflichen Perspektiven. Für Neurowissenschaftler ist Berlin der beste Ort, an dem man heutzutage forschen kann. Viele Spitzenforscher sind hierher gezogen, so dass sich hervorragende Möglichkeiten für Kooperationen ergeben.

Kannten Sie die Stadt vor ihrem Wechsel bereits?

Ja, ich war öfter als Touristin hier. Ich habe Berlin immer sehr genossen und konnte mir gut vorstellen, hier zu leben. Ich kann allen Wissenschaftlern nur empfehlen, nach Berlin zu kommen, weil hier eine großartige, einzigartige Atmosphäre für die Forschung herrscht.

Wie kam es, dass Sie ausgerechnet Hirnforscherin wurden?

Ich habe als Kind Hunde trainiert. Dabei faszinierte mich, wie unterschiedliche Gehirne bestimmtes Verhalten erlernen können. Danach habe ich mich entschieden, Biologie zu studieren. Und schon in den ersten Vorlesungen entdeckte ich die Neurowissenschaften als die spannendste Teildisziplin für mich.

Woran forschen Sie in Ihrem Projekt?

Ich interessiere mich für Pathologien, die zu unterschiedlichen und weit verbreiteten Schlaf- und Essstörungen führen können. Dabei findet jetzt gerade ein großer Durchbruch statt: Dank einer neuen Technologie, der so genannten Optogenetik, können wir mittels Licht neuronale Schaltkreise identifizieren und kontrollieren. Das bedeutet, dass wir erstmals die Fehlfunktionen von bestimmten Neuronen bei unterschiedlichen Pathologien entschlüsseln können.

Sind Sie auch in der Lehre tätig?

Sehr häufig und sehr gerne. Ich unterrichte in medizinischen Neurowissenschaften, einem hochspezialisierten Programm, das jährlich nur 20 Plätze für Hunderte Bewerber bietet. Wir haben hier die besten und am stärksten motivierten Studenten. Außerdem betreue ich drei Doktorandinnen. Diese Arbeit bereitet mir besonders viel Freude, auch weil wir sehr viel voneinander lernen.